GEGENWART

24 - MÄRZ - 2003

Wenn du in Knapper Form das Gefühl definieren solltest, das dir der heutige Stand der Dinge in der Welt der Kunst hervorruft, welche Aspekte wären die wichtigsten?

    Das erste Gefühl ist die Vielfalt, aber nicht an grosse Möglichkeiten gebunden, sondern eine Art belastendes "horror vacui" und mit mehreren Aspekten:

1.      Vergiftung was die grosse Menge von "Künstlern" und "Künstlerische Werke" betrifft, die so benannt werden unter dem Schutz der Definition von Umberto Eco "Kunst ist alles, was der Mensch Kunst nennt". Dies kann man als Einladung zur Freiheit ansehen, kann sich aber auch verwandeln - wie es auch gewesen ist - in ein Paradies für SeudoKünstler und ist eine verletzende Peitsche für die, die künstlerische Sensibilität besitzen, sowohl es Künstler ind oder auch Kunstliebhaber.

2.      Es fehlt an Ehrlichkeit von Seiten der Künstlerund von denen, die sie umgeben, konvertierend die Kunst in exklusive Geschäftsphänomene und Investition, beiseite lassend alle Aspekte der menschlichen Transzendenz. Dies hat bei bestimmten Werken von einem bestimmten Künstler zu erhöhtem Kurs geführt; wenn der Experte seine Meinung ändert und beschliesst, dass das Werk “falsch” ist und keinen Wert hat, aber was heisst “es ist falsch”? Was ist nicht künstlerisch? Nicht weil man nicht weiss woraus es besteht sondern es bedeutet es ist von keiner bestimmten Geschäfts- oder Unternehmensmarke, so wie es z. B. im Fall der “Firma van Gogh” ist, so lange er lebte hatte es keinen Wert, aber Dank eines guten Marketing wurde seine künstlerische Qualität aufgewertet gleichzeitig mit dem Geschäftswert, die Kritiker sahen seinerzeit kein Geschäft und hielten es nicht für Kunst, heute hat man das Geschäft gesehen verwandelnd die neuen Geschäftswerte in seine künstlerischen Qualitäten. Auf diese Art und für einen Momentdie wirkliche Qualität von van Gogh umgehend, bemerken wir, ungefährdet für diesen schon allgemein anerkannten hundertjährigen Teil, den wahrhaftigen Motor, der einem Werk “Qualität erteilt, finden wir in einer kapriziösen “Elite” die bestimmt wer und wer nicht geschäftlichen Wert hat. Zwar stimmt es, dass die Kunst wuchs abhängig von Mäzenatentumstrukturen, die soziale Klasse, die künstlerische Moder leitete und nie die Prespektiven und die künstlerischen Werte verlor. Damit ein Künstler in der Vergangenheit unbesorgt leben konnte (von seinen Werken), die erste Bedingung (sine quanon) war die Meisterschaft in seiner Arbeit zu zeigen; wenn er das Niveau erreicht hatte, die Fähigkeit sich beliebt zu machen bei denen, die Macht innenhatten, war die Etappe, die ihm einen mehr oder weniger grossen sozialen Status gewährte. Gegenwärtig hat der Künstler keine Ehrlichkeit, da er seine Mängel nicht zugibt, nicht seine Meister anerkennt und ist so hochmütig, dass er von fordert zu glauben, dass er ein Bild mit schwarzem Hintergrund und einem weissen Punkt malt, weil er schon Velázquez übertroffen hat; ich meine wer dies fördert und verteidigt ist in Wirklichkeit kein Kunstliebhaber, nicht einmal einer, dem die Kunst nicht wichtig ist, ich glaube es ist jemand der die Kunst hasst, denn sonst kann man die Verteidigung der Argumente nicht verstehen, die zusammenbrechen sowie man ein gutes Museum besucht.

3.      Überlastung der Bilder; in unserer Reichweite befinden sich Unmengen von visuellen Reizen und uns vorgestellte Werke, geben wir uns nicht die genügende Zeit, damit sie uns mitteilen, was sie uns mitteilen wollen, die Malerei braucht gewisse Zeit, damit wir diese Rythmen, die man uns vorbringt, durchgehen, genau wie die Musik Zeit braucht, um gespielt zu werden, heute sehen wir Malereien als hörten wir Symphonien in Tausend Revolutionen, vielleicht hat dieses Fehlen an Zeit dazu geführt, dass der Vorschlag so einfach ist, vielleicht, wenn er koniplizierten wäre, hätten wir keine Zeit ihn zu entdecken.

4.      Das grosse Paradox der gegenwärtigen Kunst. In der rationalen Welt wird vom rationalistischen Menschen verteidigt, dass die Kunst nicht der Vernunft gehört, muss keine technischen Fundamente haben und ist Frucht vom Unüberlegten und dem Unbewussten. Hat man deshalb vielleicht in den USA die Schimpansen zu Malern gemacht und was sie machen wird als gut befunden? Wäre es heute einem Kritiker möglich zwischen einem Werk von einem Schimpansen und von einem modernen, fortschrittlichen Menschen zu unterscheiden? Wäre heute ein Kunstexperte fähig ein Gemälde richtig an die Wand zu hängen, ohne dass der Künstler ihm sagt, was oben und unten ist? Wenn die Kunst eine Ausdrucksform ist, warum erklärt man sie uns? Wenn sie keine Ausdrucksform ist, was ist sie dann? Dekoration?

5.      Das fehlen des Inhalts im reinsten Ausdrucksgefühl, da viele gegenwärtige Werke durch bestimmte nicht zusammengehörige Gegenstände (siehe ein Bett in einem Ausstellungsraum) im Zuschauer eine Reaktion hervorrufen, dies ist richtig. Ist diese Reaktion artistisch? Ein Brand oder die Vision eines Insektes verursacht in uns auch eine Reaktion, aber deshalb verwandelt sie sich doch nicht in Kunst. Müsste dies in einem Saal von A.R.C.O. geschehen und mit der Genehmigung der Kritiker verwandelt es sich in artistisch?

Ich beanspruche nicht die Umgebung oder den artistischen Bereich zu dogmatisieren, immer verteidige ich die Freiheit und das Recht, die jeder hat, der das Verlangen fühlt sich einer schöpferischen Aktivität gegenüberzustellen, was ich aber beanspruche ist, dass die, die ihre Freiheit im Sammelsurium vom Avantgardismus und anderen Bezeichnungen ausführen, nicht versuchen sich selbst wichtig zu machen und zu sagen, dass dies der einzige Weg ist, dass ihre Kunst der gegenwärtigen Gesellschaft entspricht, dass sie nicht verstanden werden, obwohl sie die Hilfe fast aller "kaufmännischen" Institutionen haben, dass sie nicht die Künstler zu Boden werfen, die andere Formen suchen, andere Schönheiten und andere Wurzeln.

Ich bitte artistische Ehrlichkeit, das Staunen vor einem Werk ist keine Garantie der Qualität, wir würden auch staunen, wenn wir einen Roman von 500 Seiten kaufen und alle wären weiss oder in rot oder ein sich immer wiederholendes Wort usw. Wäre es ein Druckfehler oder Irrtum des Verlages? Oder wäre es der letzte Einfall des abstraktexpressionistischen Dichters, der Cervantes überflügelt hat? Was klar ist, ist wenn es ein gutes wirtschaftliches Motiv gibt diese letzte Hupothese zu verteidigen, erscheinen mehrere Kritiker, die diese dichterische Prahlerei aufs äusserste verteidigen, und keiner sagt etwas, denn sonst würde er von den anderen als dumm gehalten, unempfindlich und vor allem ohne jede Spur von Modernität, und in diesem Land sind wir sehr, sehr modern.

 

 

BIOGRAFIE | ÖLGEMÄLDE | AQUARELL | NOTIZEN & INTERVIEWS | ANEKDOTEN ]

 

Copyright ©2003-2008 AnaPardo.com - Alle Rechte vorbehalten
Öffentlicher Kontakt : info@anapardo.com
Persönlicher Kontakt : ana@anapardo.com