PARADOXE

5 - MÄRZ - 2003

    An einem Tag, an dem ich mich stark fühle und Lust habe einige Zweifel zu lösen, schicke ich mich an, mir die Fragen zu beantworten, die mir im Kopf zügellos umherflattern, immer wenn ich das Wort "Kunst" höre. Als erstes ruft meine Aufmerksamkeit die Tatsache , dass wir heute in dieser Zeit leben, in der Tausende von Texten, Veröffentlichungen, Stammtischrunden und Experten des Thema behandeln, und vor allem diesen kommt mein anderes Wort:"Paradox". Je mehr man von der Kunst spricht, umso verwirrter sind wir bezüglich, was es vosaussetzt, alles ist Kunst? Warum nicht? Wer stellt die Grenzen auf? Im Zeitalter der Freiheit kann man nicht frei die Kunst definieren, denn eine Definition setzt voraus, Grenzen zu stellen und jeden einzelnen, jeden Experten interessieren einige Grenzen; der, der im Dienst einer avantgardistischen und hochmodernen Publikation dient interessiert eine Definition, die niegt zu: alles ist gültig, beim kritisieren der Figuration, weil er sie für veraltet hält, er möchte so progressiv sein, dass er sogar den Himmel für die Hölle wechselt, nur um zu wechseln, er würde einen weggeworfenen Farbeimer blind verteidigen, vorausgesetzt, dass er ihn verkauft, obwohl er in seinem Inneren sterben würde, um in seinem Haus einen Rembrandt aufzuhängen. Der, der die Interessen einer Gemäldesammlung des XVIII oder XIX Jahrhunderts verteidigt, würde sagen, dass es echte Kunst war, dass man heute das Handwerk verloren hat usw.
    Alle Kommentare aus dem kleinen Kaffeehaus, da die Malerei über 30 Jahrhunderte definiert ist, ind Wort und Werk. Aber das wirkliche Paradox von all diesem ist, dass man uns überzeugt hat, dass das Publikum einen Führer braucht, um ein Gemälde anzusehen, wir lernen die Malerei vom Hören, wenn wir hören, dass ein Gemälde sehr gut ist, scheint es uns auch so und wenn wir können, zahlen wir für diese Unterzeichnung. Dasselbe geschieht, wenn ein Werk einem berühmten Maler zugeschrieben wird: für den Ort der Ehre, wenn man später entdeckt, dass es nicht sein Werk war, kommt es in eine geringere Kategorie und kann im Keller enden, dann, kann ein geniales Werk in einem Moment schlecht sein? Mögen wir das Werk oder den Fetischismus der Unterzeichnung? Ist eine Zeichnung von Rembrandt genau soviel wert wie seine schmutzige Palette? Heute ja, weil wir keine Reisenden der Kunst sind sondern Touristen. Mehr Paradoxe: Jahre lang hat man uns bombardiert mit dem Nutzen der Originalität, man hat uns gesagt, das Picasso der originalste ist, obwohl er sagte, dass seine Kunstfertigkeit sich in der Kunst inspiriert.

    Mehr Paradoxe: Man argumentiert uns, warum ein Maler ein Werk auf diese oder jene Art ausführt, um uns dann die Idee zu verkaufen, dass die Kunst nicht etwas rationelles ist. Man erzählt uns, dass man keine Meister braucht, die verseuchen, dass man nicht den Meister übertrifft und trotzdem viele Male hat man einen Künstler verachtet, weil er nicht von einem Galeristen oder einem Kritiker empfohlen wurde. Ist der Künstler frei? Wer gäbe dem Künstler eine Chance, wenn er sich nicht als Bewunderer von Picasso erklärt? Sein Werk wäre schon vor der Ausstellung verurteilt.

 

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