
TRADITION
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7 - MAI - 2003 Die Ölmalerei bringt eine Reihe von wesentlichen Merkmalen der Materialien selbst mit sich, dies erscheint einleuchtend und auch gemeinsam mit anderen Techniken, aber in diesem Fall erlangt sie grössere Wichtigkeit, da wir abhängig von veränderlichen Verfahren die Haltbarkeitsresultate bestimmen. Wir haben schon angegeben, dass das 01 viele Verfahren erlaubt, aber es gibt eine Reihe von Irrtümern, die man nicht machen muss, weil sie den Aspekt des Werkes im Laufe der Zeit gefährden, denn wir müssen mit physikalisch-chemischen Grundsätzen, verfeinerter als andere Techniken, rechnen. Diese technischen Grundlagen können wie ein Hindernis und ein Hemmnis für die kreative Spontaneität erscheinen, aber im Grunde ist es genau das Gegenteil, denn je mehr man das technische Verfahren kennt und es an die Grenze des Möglichen der Farben bringt, umso mehr erweitert sich unserer kreativer Horizont, die möglichen Kombinationen vermehrend und es erleichtert unseren Weg, um unsere eigenen Kombinationen zu erreichen; einen Schritt nach vorn, aber dies ist nicht möglich, wenn wir nicht in die Geheimnisse unseres Handwerks eindringen, genau wie ein Zauberer keine neue Beschwörung finden kann, wenn er nicht vorher experimentiert und studiert hat mit allen erreichbaren Substanzen , die Beschwörungen der grossen Zauberer. Dieses Studium kann heute in einigen Sektoren herabgesetzt werden, die aus Bequemlichkeit ablehnen, was sie für eine wenig originelle und lästige Arbeit halten; in einer Sache haben sie Recht: es ist nicht sehr originell zu studieren, was andere schon studiert haben, aber wenn man nicht durch diese Periode geht, wäre das Resultat aus Mangel an Werkzeugen sehr arm und der Satz ist wahr:"Alles was nicht Tradition ist, ist Plagiat". Aber .... Was ist Tradition? In Europa hatte "Tradition" immer eine dynamische Konzeption in seiner Bedeutung. Das Wissen jeder Generation, in jeder artistischen äusserung (Architektur, Malerei, Musik, Literatur usw.) ist erfasst und verstanden. Von da an macht man neue Schritte mit der Erweiterung von Ideen, Techniken, Konzepten usw. Diese "Tradition" führte Europa viele Jahrhunderte lang zur andauernden Vervollkommung und zur artistischen Erhebung aller Künste. Dank dieser Tradition kann Europa der Welt ein geistiges Universum von unvergleichlicher Schönheit vermachen; wir können uns von Shakespeare bis Hesse, den mittelalterlichen Chansons von Horner oder Williams ergötzen, und auf diese systematische Form in allen ihren Darstellungen, in der Architektur von Brunelleschi bis Gaudi, in der Malerei von den pompeyanischen Mauern bis zu Pérez Vigo. Es ist richtig, dass das Aufgeben von diesem Konzept in vielen Gelegenheiten zu Regressionen oder zu unwiederbringlichen Verlusten der artistischen Verfahren führte. Diese Unkenntnis bleibt heute im Schutz der "Theorie des Genies", sehr gern gebraucht von einer grossen Zahl der Historiker?. Ja, meine Herren! Rubens kopierte und versionierte Werke von Tiziano, eine ganz normale Tat innerhalb der grossen Meister. Shakespeare, wie manche sagen "von zweifelhafter Moralität", gab den Erzählungen, die er an irgendeinem Ort sammelte, seine eigentümliche Form. Und? Nichts, denn wenn wir von "Kopien" oder "Versionen" sprechen, die Geschichte und ihre Interpreten halten das für eine Arbeit der Tradition und Fortschritt, wo man sie suchen musste, wenigstens in einem Aspekt eine Unruhe des Übertreffens oder einfach im Modell mit Geschmack das Bild oder die enthaltene Idee ändern. Vor einer Version können wir lange diskutieren und unsere Meinung sagen, ob das Werk das Modell übertrifft oder ob es mit einer neuen Ausdruckskraft, Eleganz in den Farbtönen usw. versehen ist. Was wir immer vermeiden müssen, ist eine destruktive Kritik zu machen, nur weil es eine Version ist, oder weil es Ideen und Verfahren einbezieht, die irgendwoanders schon enthalten sind. Da kämen wir zur Unsinnigkeit bei jedem Künstler sein Erstlingswerk zu bewerten, um anschliessend seine Kunst als Autoplagiat zu disqualifizieren. Die Tradition ist kein mumifiziertes Wesen, das sich wiederholt und wiederholt, als wenn es sich um eine Form handele, sie ist ein Motor, eine Energie, die, wenn man sie akzeptiert hat, dem Künstler erlaubt zu enthüllen, was er in sich hat. Das Traditionelle oder das Klassische ist nicht "Vergangenheit", sondern es präsentiert sich uns als ein erzeugendes Material, als Auslöser der kreativen Kraft. Der Autor Ramon Gaya erklärte, dass "beim Brechen mit der Tradition hat man nur einen Müllhaufen für Neuigkeiten geschaffen, man stellt keine Kunst her, sondern Einfälle und der Schöpfungsprozess verwandelt sich in etwas frivoles>>. Man muss an die Tradition wie an eine Quelle denken, an die wir uns nähern zu trinken, um Künstler vor uns selbst zu sein und nicht nur sich ähneln.
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